Die Hamburger Hochbahn musterte ihren letzten XXL-Bus Ende 2018 endgültig aus, gekoppelte Busse sind vor allem im Schülerverkehr im Betrieb. Bus-Konvois stellen rechtlich sogar eine übermäßige Straßennutzung dar und werden deutschlandweit in keinem regulären Fahrgastbetrieb eingesetzt – dennoch werden aktuell alle drei Varianten als Alternativen zur CityBahn gehandelt.

XXL-Bus

Jahrelang setzte die Hamburger Hochbahn XXL-Busse auf ihrer Linie 5 ein. Auf der meistgenutzten Buslinie Deutschlands sorgten die Fahrzeuge jedoch häufig für Ausfälle, denn die Konstruktion mit den zwei Gelenken erwies sich als sehr reparaturanfällig – Wartung und Instandhaltung der Fahrzeuge war aufwendig und teuer. Aus diesem Grunde mustertete die Hochbahn das Modell Ende 2018 endgültig aus. Zudem befördert ein XXL-Bus rund 145 Fahräste, mit einer CityBahn fahren hingegen 440 Personen.

1 CityBahn

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3 XXL-Busse

Buszug

Gekoppelte Busse werden aktuell von wenigen deutschen Verkehrsunternehmen, besonders im Schülerverkehr, eingesetzt. Der Betrieb der Anhänger ist nur mit einer Ausnahmegenehmigung möglich, die vom zuständigen Verkehrsministerium des jeweiligen Bundeslandes erteilt werden kann. Je nach Modell ist aufgrund der Gesamtlänge gegebenenfalls zudem eine Erlaubnis durch die zuständige Straßenverkehrsbehörde erforderlich. Dennoch passen in einen Buszug nur 150 Personen, während in einer CityBahn 440 Fahrgäste Platz finden.

1 CityBahn

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3 Buszüge

Bus-Konvoi

Die Fahrt im Konvoi wurde von der BI Mitbestimmung als Alternative zur CityBahn benannt, Beispiele für Städte, in denen solche Bus-Konvois aktuell im Betrieb sind, wurden leider nicht genannt. Rechtlich stellen Fahrzeugverbände eine übermäßige Straßennutzung dar, die Nutzung des Kolonnenrechts bedarf daher der Genehmigung durch die zuständigen Straßenverkehrsbehörden.

Um die Fahrgastkapazitäten der CityBahn zu erreichen, müssten mindestens vier Busse im Verbund fahren, was zu einer erheblichen Behinderung des Verkehrs führen würde. Denn insgesamt käme ein solcher Kovoi auf eine Länge von über 100 Metern. Laut eines Beschlusses des Berliner Kammergerichts vom 14.09.2006 „müssen die einzelnen Fahrzeuge zueinander einen so geringen Abstand einhalten, dass sie den erforderlichen Sicherheitsabstand gerade erreichen oder nur geringfügig überschreiten.“ Das Überholen des 100 Meter langen Konvois wäre für Pkw nahezu unmöglich, für Radfahrer stellt ein solcher Verbund zudem eine erhebliche Gefahr dar.

Autonom fahrende Bus-Kolonnen (Bus-Platooning) sind in Deutschland nicht zulässig. Zudem gibt es aktuell keinen Hersteller, der ein entsprechendes System anbietet. Da Platooning starke Auswirkungen auf den praktischen Straßenverkehr haben und die Abnutzung von Straßen verändert würde,  sind vor der Einführung der Technologie erhebliche Änderungen in der Straßenverkehrsordnung erforderlich.

1 CityBahn

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4 Busse im Konvoi

Busspuren wären ein Muss

Weder durch die Einführung von XXL-Bussen noch durch den Betrieb von Buszügen kann die Fahrgastkapazität ausreichend erhöht werden. Insgesamt finden in einer Zwillingsbahn bis zu 440 Fahrgäste Platz – an gleicher Stelle müsste ein 100 Meter langer Konvoi von vier Bussen fahren. Für einen solchen Verbund fehlt auf den Straßen und an den Haltestellen jedoch schlichtweg der Platz, zwischen Wiesbaden und Mainz müsste eine durchgehende Beton-Busspur mit platzintensiven Wendeschleifen und über 100 Meter langen Haltestellen gebaut werden, die regelmäßig saniert werden müsste.

Um eine eigene Busspur zu schaffen, müssten die Straßenbauer den gesamten Linienverlauf auf einer Breite von 4,25 Metern pro Fahrtrichtung mit Beton versiegeln. Beim Bau eines Tram-Netzes kann das Gleisbett hingegen in 3,25 Meter schmale Rasenflächen gefasst werden, die den Stadtraum sogar aufwerten und das Stadtklima verbessern.

Straßenbahn mit Rasengleisen in Paris

Metrobus mit separater Busspur in Bogotá