Wenn Eliza unterwegs sein will, bedeutet das für sie vor allem eines: enorme Planung. Spontanität? Fast unmöglich. Mit der CityBahn kann sich das für sie ändern – sie ist sich sicher: Barrierefreie Mobilität schafft nicht nur neue Möglichkeiten, sondern ist auch gesellschaftlich ein wichtiger Schritt für die Inklusion.

„Das würde mir ein großes Stück Eigenständigkeit zurückgeben“

Kurz Bekannte treffen oder spontan in die Stadt – was für die Mehrheit von uns ganz unspektakulär klingt und zum alltäglichen Leben dazugehört, ist für Eliza jedes Mal mit vielen Herausforderungen verbunden. „Wenn ich mit der S-Bahn nach Mainz fahren will, um meine Freunde zu besuchen, dann muss ich meine Fahrt bis zu 24 Stunden im Vorfeld anmelden, damit Hilfe beim Ein-, Um- und Aussteigen sichergestellt ist. Das Personal ist begrenzt, sodass ich schon warten musste, bis ich aussteigen durfte, weil jemand anders das Personal gebraucht hat“, erklärt Eliza. Kurzfristige Planänderungen sind daher kaum möglich.

„Dadurch bin ich sehr unflexibel – etwas das nicht sein muss. Wenn ich mit dem Bus unterwegs bin, ist das noch ärgerlicher“, so Eliza. Denn auch wenn die 26-jährige Bürokauffrau hier keine Fahrten anmelden muss, ist der Weg ans Ziel alles andere als einfach und schnell. „Wenn ich mit dem Bus fahre, müssen die Busfahrer*innen die Busrampe ausklappen. Mit der CityBahn wäre das nicht nötig und wunderbar einfach für mich und andere Rollstuhlfahrer*innen“, so Eliza. „Außerdem könnte ich nicht nur flexibler sein, sondern zusätzlich Zeit sparen.“

Besonders zu Stoßzeiten hat Eliza schon negative Erfahrungen gemacht: „Häufig sind die Busse so voll, dass ich nicht mehr mitfahren kann, da die wenigen Mehrzweckflächen schon belegt werden. Und damit bin ich nicht allein: Viele Familien mit Kinderwagen oder ältere Menschen mit Rollatoren sind gezwungen, auf den nächsten Bus zu warten. Oder den nächsten.“

„Niemand braucht die CityBahn? Solche Aussagen machen mich sauer“

Etwas, das Eliza nicht verstehen kann: Stimmen vieler Bürgerinnen und Bürger, die behaupten, die CityBahn würde für die Menschen in der Region keinen Mehrwert schaffen. „So etwas zu lesen oder zu hören macht mich sauer und traurig“, meint Eliza. „Ich kann verstehen, dass viele Menschen solche Entscheidungen erstmal nur aus ihrer eigenen Perspektive betrachten. Für sie steht vermutlich fest: Busse und Autos reichen auch. Nicht nur bezogen auf den Umweltaspekt ist das sehr eng gedacht.“

Modernität und Barrierefreiheit seien dabei nicht nur wichtige Aspekte, damit mobilitätseingeschränkte Menschen einfacher an ihr Ziel kommen, sondern sind in ihren Augen ein wichtiger gesellschaftlicher Schritt für eine nachhaltige Inklusion. „Die CityBahn ist nicht einfach nur eine Straßenbahn“, betont Eliza. „Sie bietet mir und vielen anderen die Chance, einfacher an alltäglichen Dingen teilzuhaben. Ich kann mehr als die Innenstadt besuchen, mich autarker in Wiesbaden bewegen – auch beruflich.“ Dies sei nicht zuletzt auch durch die neuen Möglichkeiten der Stadtplanung möglich, die durch die CityBahn geschaffen werden: Breitere Bürgersteige, neue Fußgängerwege und weniger beparkte Flächen. „Manchmal sind die Gehwege so zugeparkt, dass ich kaum vorbeikomme.“

„Ich würde mir von meinen Mitmenschen mehr Weitblick wünschen“

Für Eliza steht fest: Nicht jeder muss am Wahltag für die CityBahn stimmen. Wichtig ist ihr aber der nötige Weitblick auf die Tragfähigkeit der Entscheidung. „Einfach ein Kreuz gegen die Straßenbahn zu setzen, weil man ‚einfach dagegen‘ ist – das ist für mich nicht nachvollziehbar. Ich würde mir von meinen Mitmenschen mehr Weitblick und Perspektivwechsel wünschen“, betont Eliza. „Natürlich reichen ihnen vielleicht die Busse und Autos, aber sie könnten mit Ihrer Stimme anderen Menschen Verständnis und Zugehörigkeitsgefühl entgegenbringen und Lebensqualität schenken.“