2026 könnten 300.000 Menschen in Wiesbaden leben – das zeigen Hochrechnungen der Stadt aus 2017. Und auch Mainz sowie der Rheingau-Taunus-Kreis wachsen stetig. Mehr Einwohner bringen mehr Autos in die Region – Pendlerverkehr zwischen den Städten sorgt für Chaos auf den Straßen. Wir beleuchten die aktuelle Situation und zeigen Zahlen zur Verkehrssituation in der Region.

187143
Einwohner im Rheingau-Taunus-Kreis
183303
Einwohner im RTK in 2009
291358
Einwohner in Wiesbaden
275251
Einwohner im Wiesbaden in 2009
220795
Einwohner in Mainz
199183
Einwohner im Mainz in 2009

Die Region wächst: Zusammen fast 700.000 Einwohner

Die Zahlen sprechen für sich: Mit zusammengenommen fast 700.000 Menschen wird die Region immer voller. Das ist auch auf den Straßen spürbar: Gut 57 Stunden, also etwas weniger als drei Tage, stehen Wiesbadener täglich im Stau. Besonders hart trifft es Autofahrer im Berufsverkehr. Hier benötigen Pendler laut des Stau-Rankings 2018 des Navigationsherstellers TomTom 12 bis 16 Minuten mehr für eine Fahrt von eigentlich 30 Minuten.

Mit 145.221 zugelassenen Pkw in Wiesbaden sind heute 10.000 Autos mehr auf den Straßen der Region als noch 2015. Vor 10 Jahren lag der Kraftfahrzeugbestand bei 127.661 – fast 20.000 weniger. In Mainz sind 2019 99.401 Pkw zugelassen. Am 01. Januar 2018 kamen laut Statistischem Bundesamt in Wiesbaden so 606,3 Kfz auf 1.000 Einwohner, in Mainz waren es 525,4. Die meisten Kraftfahrzeuge pro 1.000 Einwohner waren zu diesem Zeitpunkt im Rheingau-Taunus-Kreis angemeldet: 765,7 – 2019 sind dort aktuell 120.286 Pkw im Bestand.

Stau kostet nicht nur Zeit, sondern auch Geld

Doch der Stau kostet Pendler und Anwohner nicht nur Nerven und Zeit. Es führt auch zu finanziellen Einbußen: Laut der Staustudie „INRIX Global Traffic Scorecard“ kosten die 57 Stunden Wartezeit, die sich im Jahr 2018 angesammelt haben, jeden Fahrer 495 Euro – und die Stadt im Jahr 2017 ganze 542 Mio. Euro. Diese Verluste setzen sich aus direkt sowie indirekten Faktoren zusammen. Erstere trägt der Autofahrer selbst – beispielsweise für den Kraftstoffmehrverbrauch oder die gesamtgesellschaftlichen Kosten für die Emissionen des Fahrzeugs. Indirekte Kosten entstehen durch Folgen wie Produktivitätsausfälle auf Grund des Staus, die sich in höheren Kosten für Waren oder Dienstleistungen widerspiegeln.

Vom Wohnort zur Arbeit und zurück

Einen nennenswerten Beitrag zum Verkehrsaufkommen in den Städten haben die zahlreichen Pendler, die auf den Straßen unterwegs sind. Allein das Verkehrsnetz in Wiesbaden hat jeden Tag mit 75.767 Einpendlern zu kämpfen. Dabei kommt fast jeder vierte Pendler aus dem Rheingau-Taunus-Kreis: 8.356 Pendlern aus Mainz und 18.931 Personen aus dem RTK bringen die Straßen der hessischen Landeshauptstadt täglich an ihre Kapazitätsgrenzen und darüber hinaus.

Um die Situation zu verbessern, setzt sich die Wirtschaftsinitiative PERFORM Zukunftsregion FrankfurtRheinMain der IHK Darmstadt für eine zukunftsfähige Ausgestaltung der Verkehrsinfrastruktur ein. Ein wichtiger Faktor: Die Leistungsfähigkeit der Schieneninfrastruktur erhöhen und leistungsfähigen, bezahlbaren ÖPNV sicherstellen.

Der ÖPNV wächst: Die Rolle der CityBahn

Die Fahrgastzahlen von ESWE Verkehrs und Mainzer Mobilität bestätigen den Aufwärtstrend der boomenden Region: Mit 56 Mio. Fahrgästen in Mainz und 59 Mio. im Wiesbaden freuen die Verkehrsbetriebe sich wieder mal über neue Fahrgastrekorde. Allein ESWE Verkehr kann vom Jahr 2017 auf das Jahr 2018 ein Plus von fast vier Millionen Passagieren verbuchen. Die positiven Veränderungen beim ÖPNV belegen, dass der öffentliche Verkehr immer mehr an Relevanz und Zustimmung gewinnt – ein eindeutiges Zeichen für die zukunftsorientierte Entwicklung des Mobilitätssektors.

Gleichzeitig fordern die steigenden Zahlen mehr Investitionen in das Netz. Dichtere Takte, mehr Linien und größere Kapazitäten. In der CityBahn finden rund 440 Personen Platz – ein Ersatz für 6,6 Standardbusse oder 314 Pkw. Mit Reisezeitgewinnen von insgesamt 3.000 Stunden am Werktag auf der geplanten CityBahn-Strecke könnten so ein Gewinn von 6,2 Millionen Euro pro Jahr für die regionale Volkswirtschaft gesichert werden. Und auch an der Staufront wären Verbesserungen in Sicht: 17.000 Personenfahrt im PKW könnten durch den Einsatz der CityBahn pro Tag vermieden werden – eine erhebliche Entlastung für die Region.