2018 war das Bild noch ein anderes: Damals ging die Abstimmung der IHK Vollversammlung noch 30 zu 6 gegen die CityBahn aus. Bei der Vollversammlung Ende September 2020 wendete sich das Blatt: 23 zu 15 – für den Bau der CityBahn. Die Botschaft ist klar: Das Parlament der Wirtschaft ist der Meinung, dass die CityBahn ein „Teil einer zukunftsfähigen Ausgestaltung des Verkehrsangebotes ist und dazu beitragen kann, die Verkehrsprobleme der Region nachhaltig zu lösen“.

Wichtige Rückenstärkung

Es ist Zeit, zu handeln – das sieht auch die Industrie- und Handelskammer Wiesbaden so. In ihrer digitalen Vollversammlung am 29. September 2020 haben sich die gewählten Repräsentanten der Wirtschaft für die Realisierung des Straßenbahnprojekts ausgesprochen. In ihrem Beschluss begründet die IHK Wiesbaden ausführlich ihre Entscheidung. Grundlage für die Abstimmung war unter anderem auch eine Befragung von Fachexperten und Gutachtern zu offenen Punkten der Wirtschaft: Im „Big Picture: Mobilität und Verkehr in der Wirtschaftsregion Wiesbaden“ können unter anderem Videos mit Experten zum Thema Mobilität und Wirtschaft eingesehen werden. Diese beantworten Fragen rund um den Verkehr, die CityBahn und die Wirtschaft. Zusätzlich finden sich auf der Website der Kammer alle wichtigen Informationen, Hintergründe und Positionen zur CityBahn. 

IHK-Präsident Dr. Christian Gastl betont auch: „Wir sehen die CityBahn keinesfalls als Allheilmittel für die Lösung unserer Verkehrsprobleme, aber als wichtiges Puzzle-Teil im Gesamtsystem.“ Die CityBahn sehen die Wirtschaftsvertreter als Chance für die Region – sowohl für die Belebung von Geschäften, Restaurants und Kultureinrichtungen als auch für die leichtere Erreichbarkeit von Unternehmen als klimafreundliche Verkehrsachse und leistungsfähige Schienenanbindung des Untertaunus.

Wirtschaftsjunioren und Jugendparlament: Entscheidung pro CityBahn

Vor dem Beschluss der IHK-Vollversammlung hatten bereits die Wirtschaftsjunioren ein Stimmungsbild zur CityBahn eingeholt. Bei einer Videokonferenz der Vertreter der jungen Wirtschaft wurde deutlich, dass diese sich mehrheitlich positive Effekte einer Straßenbahn auf die Attraktivität ihrer Unternehmen für Mitarbeiter erhofften. Zu ihren Erwartungen bei der Erreichbarkeit für Kunden äußerten sie sich neutral bis positiv. Von der Bauphase sehen sie ihre Unternehmen mehrheitlich nicht betroffen.

Weiteren Rückenwind erhält das Projekt durch das Wiesbadener Jugendparlament (JuPa): Es hat in einer Sitzung Ende September mit 13 Ja- und 10 Nein-Stimmen dem Projekt CityBahn zugestimmt. Nach knapp zweistündiger Diskussion mit Vertretern, die der CityBahn pro und contra gegenüberstehen, haben die Befürworter der CityBahn das JuPa überzeugt.

Nachdem der Abstimmung des JuPas für das Projekt CityBahn folgte man auch dem Beschluss, dem Bündnis „Jugend für die CityBahn“ beizutreten.

Noch ganz frisch ist ein Beschluss des Deutschen Gewerkschaftsbundes. Der DGB Kreisverband Wiesbaden Rheingau-Taunus hat sich ebenfalls für den Bau der CityBahn in Wiesbaden ausgesprochen.