Seit rund zehn Jahren wird in Lüttich eine Tramverbindung diskutiert und geplant. Ende Januar erfolgte die Unterzeichnung des Kooperationsabkommens zwischen der wallonischen Transportgesellschaft (OTW) und der beauftragten Vereinigung Tram’Ardent in Namur.

Vor rund 50 Jahren fuhr die letzte Straßenbahn in der belgischen Stadt Lüttich ins Depot. Die Stadt setzte auf den Bus – doch trotz einiger Busspuren kommen die Busse auf den chronisch verstopften Straßen nicht mehr weiter. Eine neues Tramsystem soll die Stadt spürbar entlasten.

“Die Tram wird zu einer verantwortungsbewussteren, modernen und ökologischeren Mobilitätsentwicklung der Stadt Lüttich beitragen.”

Willy BorsusMinisterpräsident der Wallonie

“Der heutige Tag markiert den Beginn einer wirklichen Revolution für unsere Stadt.”

Willy Demeyer Bürgermeister der Stadt Lüttich

Der erste Bauabschnitt, rund zwölf Kilometer lang, soll vom Fußballstadion von Standard Lüttich in Sclessin über den Hauptbahnhof und die Innenstadt bis zur Messe in Coronmeuse führen. Die Strecke nutzt einige Busspuren, aber auch einen vorhandenen U-Bahn-Tunnel aus den 1980er-Jahren, der nie fertig gestellt wurde. Insgesamt sind 21 Haltestationen vorgesehen. Auf der Linie sollen rund 20 Trams zum Einsatz kommen, die jeweils bis zu 310 Passagiere transportieren können. Ihren Dienst soll die Lütticher Straßenbahn, deren Realisierungskosten sich auf 430 Millionen Euro belaufen, im Oktober 2022 aufnehmen.