Bei der Informationsveranstaltung zur Biebricher Allee – zu der am Donnerstag 80 interessierte Besucherinnen und Besucher kamen – wurde der aktuelle Planungsstand der CityBahn für die vielbefahrene Straße vorstellt. Die vortragenden Experten machten dabei deutlich: Die CityBahn ist nicht nur ein Verkehrsprojekt, sondern eine Chance für die gesamte Stadtgestaltung und -entwicklung.

Erhalt der Bäume auf der Allee

Mit dem Ergebnis der Wurzelprüfung liegen der Planungsgemeinschaft endlich Zahlen zum Erhalt des Baumbestands entlang der Alleestraße vor. Die geplanten Eingriffe zum Bau der CityBahn sind demzufolge baumverträglich umsetzbar. Anders als prognostiziert, müssen nur 44 der 430 Bäume auf der Allee weichen, am Hauptbahnhof sind es rund 20. Demnach können laut aktuellem Stand der Planung nicht wir zuvor angenommen 85 Prozent, sondern sogar 90 Prozent der Bäume erhalten werden.

90
der Bäume auf der Biebricher Allee bleiben erhalten.

Haltestellen auf der Biebricher Allee

Bei der Umsetzung der Haltestellen auf der Ausfallstraße konzentrieren sich die Planer künftig auf zwei Varianten:

Links: Haltestellen mit angehobener Fahrbahn
und Seitenbahnsteig

Rechts: Haltestelle mit Seitenbahnsteigen mit
straßenbündigem Bahnkörper

Im Bereich der Haltestellen mit angehobener Fahrbahn und Seitenbahnsteig teilen sich Pkw und Tram die Fahrbahn. Dabei stellt eine Ampelschaltung sicher, dass die heranfahrende Straßenbahn unbehindert in den Haltestellenbereich einfahren kann. Die Bahnsteige liegen am Fahrbahnrand – der Ein-und Ausstieg erfolgt demzufolge über die Türen auf der rechten Seite der Tram. Nach dem Verlassen der Haltestelle setzt die Tram die Fahrt auf ihrer separaten Fahrspur fort, Pkw erhalten grünes Licht und können den Haltestellenbereich durchfahren.

Haltestellen mit Seitenbahnsteigen mit straßenbündigem Bahnkörper haben den Vorteil, dass die Tram- und Pkw-Spuren auf Höhe der Haltestellen separat bleiben. Die Straßenbahn fährt auf den beiden mittleren Spuren der Straße in die Haltestelle ein, über eine Ampelschaltung wird der Pkw-Verkehr in diesem Bereich gestoppt. Die Fahrgäste verlassen das Fahrzeug über die Türen auf der rechten Seite der Tram und überqueren die Fahrbahn, um den Bahnsteig zu erreichen. Sobald die Tram von der Haltestelle losfährt, erhalten die wartenden Autos grünes Licht.

Verknüpfung von Allee und A66

“Auch mit der CityBahn wird es möglich sein, aus jeder Fahrtrichtung von der Biebricher Allee auf die A66 zu fahren. Aktuell prüfen wir eine Kombination aus Abschnitten mit und ohne Fahrdraht. Wir gehen dabei von fahrleitungsfreien Abschnitten von bis zu 1.000 Metern aus.”

Michael KrausTechnischer Projektleiter CityBahn GmbH
Dr.-Ing. Martin PächerProjektleiter Planung, CityBahn GmbH

Die CityBahn wird die Wohngebiete an der Biebricher Allee nicht weiter trennen. Mit der CityBahn wird es sogar mehr sichere Querungsmöglichkeiten geben.

Dr. Uwe ConradAbteilungsleiter Verkehrsplanung, Tiefbau- und Vermessungsamt Landeshauptstadt Wiesbaden

Zentrale Aufgabe für uns als Verkehrsplaner ist die Sicherstellung der Mobilität aller Bürgerinnen und Bürger in Wiesbaden. Die CityBahn ist Teil eines gesamten Verkehrsentwicklungsplanes für die Stadt. Ohne vernünftige Lösungen für die zu erwartenden Verdrängungs- und Verkehrsverlagerungseffekte wird es keine CityBahn geben.

Nicolai ThernTeilprojektleiter, Schüßler-Plan Ingenieurgesellschaft mbH

Eine zentrale Prämisse der Planung ist es, den Baumbestand weitestgehend zu erhalten. Das Gutachten zur Wurzelprüfung hat gezeigt, dass die an der Biebricher Allee geplanten Eingriffe baumverträglich umsetzbar sind.

Melanie GöbelStadtplanungsamt Landeshauptstadt Wiesbaden

Die Siedlungsentwicklung muss mit einer nachhaltigen Verkehrsplanung einhergehen. Ziel muss dabei immer sein, einen städtebaulich attraktiven Straßenraum zu bekommen.

Expertenvorträge zur Biebricher Allee als Download

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