Mit dem Fahrrad zur Bike-and-ride-Station, von dort mit der CityBahn in die Wiesbadener Innenstadt und ab da mit einem autonomen Kleinbus zum Arbeitsplatz. So oder so ähnlich könnte die Mobilität der Zukunft aussehen. Und dass die die Zukunft gar nicht mehr so weit weg ist, zeigen die Pläne zum Bau der CityBahn und das Mobilitätsleitbild der Stadt Wiesbaden.

Wie wir morgen unterwegs sind

Schon heute ist Wiesbaden ein Stück weit im modernen ÖPNV angekommen: Bis 2021 sind 120 Batteriebusse auf den Straßen der Stadt unterwegs. Dennoch ist noch viel Luft nach oben, denn die restlichen 267 Busse der hessischen Landeshauptstadt sind weiterhin mit Verbrennungsmotor unterwegs. Gemeinsam mit immer mehr privaten Pkw bilden sie immer längere Staus. 2019 war Wiesbaden die Staustadt Nummer drei in Deutschland – nur kurz hinter Metropolen wie Hamburg oder Berlin.

Verkehrsmittel, die der Region gerecht werden

Dass es so nicht weitergehen kann, darin sind sich nicht nur die 80 Wiesbadener Organisationen einig, die bei der Erarbeitung des Mobilitätsleitbilds geholfen haben, sondern auch viele Bürgerinnen und Bürger. Doch wie wir der Verkehr in Wiesbaden zukünftig aussehen?

Das Herzstück: CityBahn

Unterwegs auf grünen Rasengleisen verbindet die CityBahn als moderne Straßenbahn die Region. Von Mainz über Wiesbaden bis hinein in den Rheingau-Taunus-Kreis bringt sie Einwohnerinnen und Einwohner stress- und staufrei von Stadt zu Stadt, von Stadtteil zu Stadtteil. Auch weitere Fahrten zum Arbeitsplatz oder Freunden in die Nachbarsstadt sind mit der CityBahn umweltfreundlich, zeitsparend und komfortabel möglich.

Die Verbinder: E-Busse

Zukünftig sollen die Busflotten der ESWE Verkehr, der Mainzer Mobilität und der Rheingau-Taunus-Verkehrsgesellschaft emissionsfrei unterwegs sein. Klimafreundliche Buslinien ergänzen dann die zentrale Strecke der CityBahn und schaffen praktische Querverbindungen in andere Stadtteile oder Vororte.

Die Zubringer: Park-and-Ride und Carsharing

Für Pendler oder Besucher aus dem Umland wird eine möglichst umweltfreundliche und komfortable Anreise möglich gemacht: Am Stadtrand bieten Park-and-ride-Stationen Anschlussmöglichkeiten an das Bus- und Bahnetz der Region. So ist eine angenehme Fahrt nach Mainz und Wiesbaden möglich – ganz ohne lange Parkplatzsuche in der Innenstadt oder Verzögerungen durch Stau auf den Stadtstraßen. Und auch für Stadtbewohner ohne eigenes Auto bieten sich neue Möglichkeiten: Book-and-drive, der Carsharing-Partner von ESWE Verkehr und Mainzer Mobilität stellt Pkw an Mietstationen und flexibel im ganzen Stadtgebiet zur Verfügung.

Die Freiheitsliebenden: Fahrradwege und Leihräder

Besonders in den Innenstädten erfreut sich ein Verkehrsmittel immer größerer Beliebtheit: das Fahrrad. Vom Lastenrad über E-Bikes bis hin zum Leihfahrrad – die Auswahl ist groß und bringt Radlerinnen und Radler schnell und flexibel von A nach B. „meinRad“, das gemeinsame Bikesharing von Mainzer Mobilität und ESWE Verkehr, stellt Leihräder in den Landeshauptstädten zur flexiblen Ausleihe zur Verfügung. So können sich auch Personen ohne eigenes Fahrrad spontan auf den Sattel schwingen und die Leihräder wahlweise in beiden Städten ausleihen und wieder abstellen.

Die Zukünftigen: Autonome Kleinbusse

Autonomes Fahren ist der Trend der Mobilitätsbranche – und schon heute in Wiesbaden angekommen. Auf dem Gelände der Helios HSK testet die ESWE Verkehr zurzeit den autonomen Kleinbus Wilma. Bald könnte der praktische Flitzer auch auf den Stadtstraßen unterwegs sein. Damit werden Lücken im Netz geschlossen und Menschen entspannt ans Wunschziel gebracht.

Das Ziel: Vernetzung auf allen Ebenen

Egal ob für Pendler, Shopping-Gäste, Sportfans oder Unternehmungslustige: Mit einem vernetzten Mobilitätsmix, dessen Kernstück die CityBahn ist, wird man auf zukünftig allen Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmern gerecht. Überfüllte Straßen, Autoabgase, lange Parkplatzsuchen oder unsichere Radwege sollen bald der Vergangenheit angehören. Denn wie auch im Mobilitätsleitbild für Wiesbaden, dem „Fachgutachten Prüfung innerstädtischer Verkehrsträger“, festgehalten, muss und wird sich die Mobilität in Wiesbaden an die steigenden Anwohnerzahlen und die große Nachfrage am öffentlichen Verkehr anpassen.