OBERSTE PRIORITÄT: DEN BÜRGER IM GESAMTEN PROJEKT ERNSTNEHMEN

Endlich habe ich das gute Gefühl, dass der gesamte Prozess rund um das Thema CityBahn konstruktive und vor allem klarere Züge angenommen hat. Insbesondere, wenn es um die Einbindung und Aufklärung der Bürger geht. Auf den erst kürzlich erfolgten vier Infomessen sind über 1.350 Wiesbadener erschienen. Sie haben sich mit den Pros & Cons hinsichtlich der Linienführungen auseinandergesetzt. Sie haben Fragen gestellt, Antworten bekommen, sich für die weiteren Schritte eingebracht. Konkret sind über 5.349 Bewertungen und 385 Anmerkungen vor Ort entstanden. Zudem 3.399 Bewertungen und 876 Kommentare aus dem parallel laufenden Online-Dialog. Somit haben Bürger, Institutionen, Planer und Politik ein Anforderungsmanagement bestimmt, das jetzt in die nächste Phase eingeht. Fazit für mich: Das Thema CityBahn berücksichtig alle. Die Nummer läuft in die richtige Richtung!

ALLES RUFT NACH BÜRGERENTSCHEID – NUR AUF WELCHER BASIS?

Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass wir im Hinblick auf unsere ökologische und verkehrstechnische Situation in Wiesbaden, wie generell in Deutschland etwas tun müssen. Das haben wir mehrfach geklärt. Im Hinblick auf die EU Vorgaben müssten wir sogar längst gehandelt haben. Nur: WIE GENAU GILT ES JETZT ZU HANDELN? Dieser Frage haben sich erfahrene und renommierte Ingenieure angenommen. Sie haben erste Antworten zur Machbarkeit geliefert, Pläne konkretisiert und die passenden Investitionsgrößen ausgearbeitet. Jetzt liegen auch noch die rund 10.000 Reaktionen von uns Wiesbadenern vor, um mit unserem Input die Bedingungen noch mehr zu präzisieren aber auch noch genauer verstehen zu können.

Ziel: Eine Planung, die alles unter einen Hut bringt, um ein Optimum als Ergebnis ausweisen zu können. Warum? Weil wir Bürger uns auf Basis dieser vollständigen Projektdaten pro oder contra CityBahn entscheiden sollen. Das ist fair! Würden wir uns beispielsweise hier und heute entscheiden müssen, dann würden wir die erfolgte Bürgerbeteiligung mit ihren vielen positiven wie auch kritischen Eingaben und Wünsche einfach ignorieren. Wir wären schwarz und weiß, ohne jegliche Grautöne am Start. Das wäre nicht fair und im Hinblick auf die ökologische Weiterentwicklung unserer Stadt auch nicht schlau.

DER BÜRGER MUSS MITGENOMMEN WERDEN!

Wir haben doch Zeit. Alles was jetzt ansteht ist „Finetuning“. Wieder können wir Wiesbadener uns zurücklehnen und zuschauen, was als nächstes passiert, um den vom Stadtparlament bewilligten Bürgerentscheid 2019, also mit der finalen Entwurfsplanung – Motto: „Alles unter einem Hut!“ – anzugehen. Bis dato haben wir einen konkreten Fahrplan, der uns mitnimmt und gleichzeitig aufzeigt, was, wo, wie und wann passiert. Allen sollte jetzt endlich klar sein, dass CityBahn und der angestrebte emissionsfreie Verkehrsmix mit Plan realisiert werden:

2018 – das Jahr der Entwurfs- und Genehmigungsplanung – konkret:

  • Die Planer erstellen die Unterlagen für den Planfeststellungsantrag
  • 2. Halbjahr 2018: Themenbasierter Online-Dialog zu Haltestellengestaltung, Bahnausstattung, Stadtgestaltung, Anbindung an das Busnetz. Hier gehen unsere vielen Anregungen der Bürgerinnen und Bürgern in die Entwurfsplanung ein.
  • Ingenieurbüros erarbeiten demnach ein detailliertes und realisierbares Konzept für die Linienführung inklusive Haltestellen sowie wichtiger Verknüpfungspunkte
  • Erneute Berechnung und Verdichtung der Kosten für die festgelegte, optimale Variante
  • Auf dieser Basis werden die Förderanträge beim hessischen und rheinland-pfälzischen Verkehrsministerium eingereicht

2019 – abermalige Bürgereinbindung für den anstehenden Entscheid

  • Präsentation der finalen Entwurfsplanung sowohl online, als auch wieder auf Infomessen.
  • Bürgerentscheid – Go oder Stopp CityBahn!
  • Planfeststellungsverfahren – wenn das Bürger-Go vorliegt!

WIR SOLLTEN UNS IN WIESBADEN FÜR EIN NEUES, ÖKÖLOGISCH ZUKUNFTSWEISENDES WIESBADEN ERNSTNEHMEN!

Nochmal: Ich habe in meinen anderen Kolumnen stets postuliert, dass wir im Projekt CityBahn möglichst „cool“ bleiben sollten. Der Bürger ist definitiv beteiligt. Wir haben erstklassige Fachleute im Projekt sowie Politiker und Verantwortliche, die alle bereit sind, uns Wiesbadener ernst- und mitzunehmen. Ihre Vorgehensweise ist verständlich und professionell. Opposition, Medien und Gegner können zudem jederzeit überprüfen, wenn ein neuer Status vorliegt. Wenn ich innerhalb der Planungsphasen etwas wissen will oder Zweifel habe, dann frage ich die entsprechenden Verantwortlichen und informiere mich. Im Gegenzug beliefern sie mich hinsichtlich des Status. Fazit: Wir respektieren und gegenseitig und nehmen uns ernst.

Ich selbst freue mich, wenn diese neue, beeindruckende Zukunft in Angriff genommen wird. Und zwar, wenn Wiesbaden zu den Städten in Deutschland gehört, die sich über einen emissionsfreien und reibungslosen ÖPNV freuen können. Aber auch, dass wir die Anforderungen dieser Zukunft heute erkennen und jetzt in Angriff nehmen. Läuft!

Cheers@all!
Andreas Rolle – Initiator von Lust auf Wiesbaden

 

Über den Autor: Andreas Rolle, Initiator und Admin der Facebook Gruppe Lust auf Wiesbaden mit über 16.000 Mitgliedern. Im Rahmen dieser Kolumne werden postulierte Fragen, Bedenken und Kommentare der hier aktiven Wiesbadener reflektiert und mit der gegenwärtigen Faktenlage verglichen.