In der Politik werden sie heiß diskutiert und in den Medien wird nahezu pausenlos darüber berichtet: Bei den Fridays for Future setzen sich weltweit Schüler, Studenten und junge Leute für den Klimaschutz ein. Auch in Wiesbaden findet der Schulstreik für das Klima immer mehr Anhänger. Wir haben mit Vertretern des Jugendparlaments über Themen wie Klimapolitik, Mobilität in Wiesbaden und die CityBahn gesprochen.

Bei der Demo am Freitag, den 12. April, trafen sich hunderte Schülerinnen und Schüler am Wiesbadener Hauptbahnhof. Immer mit dabei ist auch das Jugendparlament Wiesbaden. Denn die Jugendlichen wissen: Um den Klimaschutz voranzutreiben, ist es wichtig, „auch kommunal ein Zeichen zu setzten“. Was das Jugendparlament zum Klimaschutz sagt, welche Forderungen bestehen und welche Potenziale im Projekt CityBahn stecken, lesen Sie in unserem Interview mit Cara Speer und Silas Gottwald.

Warum ist es genau jetzt wichtig, sich für den Klimaschutz zu engagieren?

Cara Speer: Es liegen alle Fakten auf dem Tisch und trotzdem werden kaum Maßnahmen ergriffen, um das Klima zu schützen. Wie auf vielen Plakaten zu sehen ist: Es ist fünf vor zwölf für eine lebenswerte Zukunft und wenn Politiker es nicht von alleine schaffen, konsequente Klimapolitik zu betreiben, dann müssen wir nachhelfen!

Gibt es direkte Forderungen, die die FFF und das JuPa Wiesbaden an die Politik in Deutschland bzw. Hessen haben?

Cara Speer: Bundesweit sind am Montag, den 08. April, einige Forderungen publiziert worden. Gleichzeitig ist es uns in Wiesbaden sehr wichtig, auch kommunal ein Zeichen zu setzten. Gemeinsam mit allen Interessierten möchten wir Forderungen für die Wiesbadener Politik aufstellen und sind sehr gespannt, was sich daraus ergibt.

Wo seht ihr Verbesserungspotenziale in Wiesbaden? Was kann jede/r Einzelne oder die Stadt lokal vor Ort tun?

Silas Gottwald: Wir haben in Wiesbaden trotz steigender Fahrgastzahlen im ÖPNV immer noch viel zu viele Autos in der Stadt. Die Einführung des Leihradsystems und der stetige Ausbau des Radnetzes zeigen aber, dass die Herausforderung, das Auto durch attraktivere Angebote zu ersetzen, nun endlich angegangen wird. Wir als Jugendparlament setzen uns dafür ein, dass unsere Stadt diesen Weg weitergeht. Deshalb fordern wir Busverkehr rund um die Uhr, entwickeln Radverkehrskonzepte und haben ein Konzept zur besseren Mülltrennung an Schulen durchgesetzt. Wir haben uns auch als eine der ersten Gremien für die CityBahn ausgesprochen.

Wie könnte die CityBahn denn zum Klimaschutz in Wiesbaden beitragen? Welche Potenziale seht ihr in dem Projekt?

Silas Gottwald: Wir sehen riesiges Potenzial. Hier drei Vorteile von vielen:

  1. Eine CityBahn ermöglicht eine deutlich bessere und schnellere Mobilität für alle.  Zum Beispiel profitieren die Arbeitnehmer und die Studierenden, die von Wiesbaden nach Mainz pendeln.
  2. Das breitere ÖPNV-Angebot, das mit der CityBahn entsteht, sorgt dafür, dass mehr Menschen vom Auto in die Bahn umsteigen. Das tut der Umwelt gut.
  3. Damit etwas Großes entstehen kann, muss man im Kleinen anfangen. Wenn wir erst mal mit einer Strecke starten, kann nach und nach das Netz erweitert werden, und zwar so, dass mittelfristig jede und jeder von der CityBahn unmittelbar profitiert.