Man hört es immer wieder und auch jetzt gehen alarmierende Zahlen durch die Medien: Allein in der Europäischen Union sterben jährlich etwa 400.000 Menschen frühzeitig an den Folgen der Luftverschmutzung – das hat ein Bericht der Europäischen Umweltagentur ergeben. Zwar wird auch Kritik an den ermittelten Zahlen laut, doch sogar aus dieser geht hervor: Dreckige Luft ist mehr als nur unangenehm – sie hat ernstzunehmende negative Auswirkungen auf unser Leben. Zeit, etwas daran zu ändern.

Dreckige Luft und Lärm: Unterschätzte Risiken

Ein Bericht der Europäischen Umweltagentur kommt zu dem Schluss: Fast 400.000 Menschen sterben jährlich frühzeitig an den Folgen der Luftverschmutzung. In Städten lebende Menschen seien besonders gefährdet. Allein wegen der Stickoxidbelastungen habe es, laut Bericht, im Jahr 2014 etwa 13.000 frühzeitige Todesfälle in Deutschland gegeben. Das sind erschreckende Werte.

Schon im Frühjahr 2020 schreibt das Ärzteblatt über eine ähnliche Studie: Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Chemie und der Universitätsmedizin Mainz hatten berichtet, dass Luftverschmutzung die Lebenserwartungen im weltweiten Durchschnitt stärker verkürzt als Infektionskrankheiten oder Herz-Kreislauf-Risikofaktoren wie beispielsweise Rauchen. Demnach starben 2018 weltweit fast 9 Millionen Menschen frühzeitig an Folgen der dreckigen Luft.

Auch die Lärmbelastung macht uns schwer zu schaffen: 12.000 frühzeitige Todesfälle sind darauf zurückzuführen, heißt es in dem Bericht der Europäischen Umweltagentur.

400000
Menschen sterben jährlich frühzeitig an den Folgen der Luftverschmutzung

Verlorene Lebenszeit – 133.800 Lebensjahre oder 6,5 Monate

Doch es wird auch Kritik an dem veröffentlichten Bericht laut. Das Wissenschaftsmagazin Quarks erklärt, unter anderem mit Berufung auf verschiedene Wissenschaftler, dass die Zahlen mit Vorsicht zu genießen seien: Die Formel zur Berechnung der Todesfälle sei falsch, außerdem sei die Definition eines frühzeitigen Todesfalls „verstörend banal“.

Trotz der kritischen Stimmen bleiben alarmierende Zahlen bestehen. Denn im Bericht der Europäischen Umweltagentur wird auch über die durch schlechte Luftqualität verlorenen Lebensjahre geschrieben – 133.800 seien es 2014 in Deutschland gewesen.

Berechnet man hiervon den Durchschnittswert pro Person, hat jede und jeder Deutsche 14,5 Stunden Lebenszeit im Jahr 2014 verloren. Das klingt vielleicht nicht nach viel. Doch auf die durchschnittliche Lebenserwartung hochgerechnet und inklusive der Auswirkungen von Feinstaub und Ozon, ergibt sich hieraus ein Wert von sechseinhalb Monaten – und das „nur“ wegen dreckiger Luft.

133800
verlorene Lebensjahre in Deutschland im Jahr 2014

Weniger Verkehr = bessere Luft

Dass unser Stadtverkehr erhebliche Mitschuld an der dreckigen Luft trägt, hat sich während der COVID-19-bedingten Ausgangsbeschränkungen im Frühjahr des Jahres gezeigt. So hat das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie über sechseinhalb Wochen die Stickstoffdioxidbelastung an drei Messstellen in Frankfurt, Darmstadt und Limburg gemessen. Parallel mit dem abnehmenden Verkehrsaufkommen sanken auch die NO2-Werte: Diese waren „elf Prozent niedriger als der bis dahin niedrigste gemessene Mittelwert über den gleichen Zeitraum an allen verkehrsnahen Stationen“.

11
Prozent niedrigere NO2-Werte während der Coronabedingten Ausgangsbeschränkungen

So trägt die CityBahn zum Klimaschutz bei

In Wiesbaden werden etwa 69 Prozent der giftigen Stickoxide durch den Verkehr verursacht. Steigen nun Autofahrerinnen und Autofahrer für einige ihrer Fahrten auf die emissionsfreie CityBahn um, können 36.000.000 Pkw-Kilometer im Jahr vermieden werden. Und da die moderne Tram mit Strom aus erneuerbaren Energien fährt, ist sie deutlich umweltfreundlicher als das private Kfz: 4.500.000 Kilogramm CO2 und 1.109 Kilogramm NOx spart die Bahn in nur einem Jahr ein. Eine erhebliche Entlastung für die Luft in unseren Städten.

Auch der Lärm reduziert sich – denn entgegen einiger Vermutungen, die im Internet kursieren, ist eine Straßenbahn streckenweise deutlich leiser als ein Auto. Auf Rasengleisen hat eine Tram eine Lautstärke von 48 Dezibel (A), ein Auto erzeugt 55 dB(A). Das Umweltbundesamt schreibt hierzu, dass bei Geräuschkulissen über 55 dB(A) tagsüber außerhalb des Hauses „zunehmend mit Beeinträchtigungen des psychischen und sozialen Wohlbefindens zu rechnen“ ist.

Nicht nur bei der Lautstärke punkten die grünen Gleise, die bei der CityBahn zum großen Teil zum Einsatz kommen sollen. Auch für die Umwelt sind sie eine Wohltat. Sie speichern Wasser, kühlen die Straße und binden Feinstaub.

Besonders im Hinblick auf die Umweltfaktoren zeigt sich: Die CityBahn verbessert die Lebensqualität, reduziert Emissionen und ist wichtiger Baustein für frische Luft in den Städten. Dinge, die sich vor allem langfristig positiv auf unsere Gesundheit – und die unserer Kinder und Enkel – auswirken. Ein guter Grund, umzudenken.

69
Prozent der giftigen Stickoxide werden durch Verkehr verursacht

Tiefergehende Informationen zum Thema Umwelt und CityBahn

Weiterführende Infos zum Thema Klimaschutz und Umwelt finden sich auf unserer Themenseite dazu oder auch im Blog, beispielsweise über die Umweltpotenziale der CityBahn oder ihre positiven Effekte auf die Lebensqualität.