Die Liste der Scheinargumente gegen die CityBahn ist lang. Egal ob im Netz, auf Flyern oder Plakaten: Die Kritiker des Projekts begründen ihre Position oft mit haarsträubenden Argumenten. Dass diese in vielen Fällen schlichtweg falsch sind, erklärte Wiesbadens Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende am 7. Oktober bei einer Pressekonferenz der Stadt. Sein Anliegen: Falschinformationen aus dem Weg räumen – und „eine Versachlichung der Debatte“.

Das Topthema: Bäume

Besonders die alten, herrschaftlichen Bäume an den Alleen der Stadt sorgen im Netz für viel Gesprächsstoff: 200 davon sollen angeblich fallen, glaubt man den Kritikern der CityBahn.

Fakt ist jedoch: Natürlich lässt sich bei großen Infrastrukturprojekten das Fällen von Bäumen nicht vollständig ausschließen. Jedoch wird es nur einen kleinen Teil – etwa 10 bis 15 Prozent – des Grüns treffen. Und jeder dieser Bäume wird ersetzt. Dies wird auch durch die Baumschutzsatzung der Stadt Wiesbaden abgesichert, die zu Ersatzpflanzungen verpflichtet. Teils ist sogar die komplette Neupflanzung von Bäumen geplant, sodass an einigen Stellen neues Grün hinzukommt. Ein Plus für Stadtluft und Flair. Mehr zu diesem Thema kann auf der Themenseite „Das Stadtbild“ nachgelesen werden.

“Der Alleecharakter bleibt erhalten – und er wird sogar noch verlängert.”

Gert-Uwe MendeOberbürgermeister Wiesbaden

Lagepläne des Stadtplanungsamtes zeigen Details

© Stadtplanungsamt Wiesbaden und beauftragte Planungsbüros: StadtBahnGestaltung, GRUPPE PLANWERK, VerkehrsConsult Dresden-Berlin GmbH, tagebau architekten + designer

Der (E-)Bus als vermeintliche Alternative

Vor allem in den sozialen Netzwerken wird häufig der Vorschlag vorgebracht, doch lieber auf mehr Elektro-Busse zu setzen statt auf die CityBahn.

Im Planungsprozess wurden alle Alternativen ausführlich begutachtet – das Ergebnis: Die CityBahn ist mit Abstand die beste Lösung für die Region. Ein Grund sind die Fahrgastkapazitäten: Bezogen auf die Menge an Fahrgästen ist eine Straßenbahn günstiger als ein Bus – das gilt schon bei Dieselbussen. Batterie- oder sogar Wasserstoffbusse, welche häufig als zukunftsweisende Alternative betitelt werden, sind deutlich teurer in der Anschaffung. Zudem verursachen besonders überlange Busse erhebliche Schäden an den Asphaltdecken der Straßen. Die CityBahn hingegen fährt auf begrünten Gleisen und sorgt so sogar für weniger versiegelte Flächen.

Auch zu diesem Thema gibt es auf der CityBahn-Website weitreichende Informationen: beispielsweise auf den Themenseiten die Umwelt, das Fahrzeug oder die Straßenaufteilung.

Gerne behauptet: „Das Geld kann besser in etwas anderes investiert werden“

Auch auf den Streitpunkt der Finanzierung ging Oberbürgermeister Mende bei der Pressekonferenz ein: Er stellte klar, dass etwa 90 Prozent der Gelder aus Fördertöpfen von Bund und Land kommen. Und dieses ist ausschließlich für die Förderung von schienengebundenen Infrastrukturprojekten vorgesehen. Somit ist das Geld zweckgebunden und kann weder in Schulen noch in andere soziale Projekte investiert werden.

“Es heißt also entweder für dieses Projekt zugreifen oder leer ausgehen.”

Gert-Uwe MendeOberbürgermeister Wiesbaden