Dass Bewohner und Besucher der Stadt Wien die öffentlichen Verkehrsmittel für sehr wenig Geld nutzen, hat sich inzwischen auch in Deutschland herumgesprochen. Die Hauptstadt der Alpenrepublik gilt in puncto Verkehrswende als Musterbeispiel. Das Datenanalyseteam des Unternehmens civity hat den „Wiener Weg“ genauer unter die Lupe genommen und das Erfolgsrezept der Donaumetropole analysiert.

Erfolgsfaktor Qualität

Der öffentliche Verkehr in Wien hat seinen Marktanteil in den vergangenen 25 Jahren um ein Drittel gesteigert. Der Anteil des Fahrradverkehrs hat sich seither sogar mehr als verdoppelt. Als wesentliche Treiber des verkehrspolitischen Erfolgs identifiziert die Studie „Das beste Angebot ist nicht der Preis – Der ‚Wiener Weg‘: Weit mehr als die 365-Euro-Jahreskarte“ ÖV-freundliche Siedlungsstrukturen, ein sehr attraktives ÖPNV-Angebot und eine restriktive Parkraumbewirtschaftung. Die Studie zeigt jedoch auch, dass die Einführung der breit diskutierten 365-Euro-Jahreskarte den Anteil des öffentlichen Verkehrs am Gesamtverkehrsaufkommen nicht mehr relevant verändert hat.

So hat die Stadt in den vergangen 15 Jahren nicht nur die öffentlichen Verkehrsmittel konsequent ausgebaut, auch die Parkraumbewirtschaftung wurde deutlich intensiviert. Bis heute werden regelmäßig neue Stadtbezirke in die Bewirtschaftung integriert, Gebühren erhöht sowie der Kontrolldruck weiter gesteigert. Die damit erzielten Einnahmen übertreffen die deutscher Städte um ein Vielfaches und tragen ganz wesentlich zur Finanzierung eines attraktiven ÖPNV bei.

Wie groß ist der Anteil der öffentlichen Verkehrsmittel an allen bewältigten Strecken in der Stadt?

Wien

38%

Berlin

25%

München

23%

Hamburg

22%

vgl.: Mainz

22%

Köln

21%

vgl.: Wiesbaden

16%

Wien setzt konsequent auf die Schiene

74 Prozent aller Einwohner und 47 Prozent der Siedlungsfläche sind an ein schienengebundenes Verkehrsmittel angeschlossen – damit hängt Wien deutsche Großstädten ab, nur München erreicht annähernd hohe Werte.

Wie viel Prozent aller Einwohner sind an ein schienengebundenes Verkehrsmittel angeschlossen?

Wien

74%

München

62%

Berlin

58%

Köln

54%

Hamburg

31%

Über die Studie

Die im Juli 2019 veröffentlichte Studie „Das beste Angebot ist nicht der Preis – Der ‚Wiener Weg‘: Weit mehr als die 365-Euro-Jahreskarte“ fasst über viele Jahre gewonnene Erkenntnisse aus der Einführung der 365-EUR-Jahreskarte sowie der Wiener Verkehrspolitik zusammen, kombiniert sie mit neuartigen Erhebungsmethoden und zeigt mögliche Schlüsse für deutsche Großstädte auf. Zeitreihenanalysen und Quervergleiche mit den Millionenstädten Berlin, Hamburg, München und Köln bieten dabei Orientierungshilfen – vor allem für langfristige strategische Entscheidungen im öffentlichen Nahverkehr. Die Studie wurde von civity, einem der führenden Beratungsunternehmen für öffentliche Dienstleistungen in Europa, in eigener Initiative und auftraggeberunabhängig durchgeführt und basiert auf frei verfügbaren sowie unternehmensinternen Datenquellen.